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Call for Papers für das ESWTR Jahrbuch 2020 

GENDER, RASSE, RELIGION:

DE/KONSTRUKTIEREN VON REGIMEN DER UN/SICHTBARKEIT

Sichtbarkeit ist ein sozialer Prozess, der Ästhetik und Politik miteinander verbindet. Sie entsteht aus sich überschneidenden Verhältnissen von Wahrnehmung und Macht. Die gesellschaftliche Sichtbarkeit ist immer relational - Sehen und Gesehen-Werden wirken sich gleichzeitig auf Beobachtende und Betrachtende aus. Besondere, kontextuelle Verflechtungen der Sichtbarkeit hängen von einer Vielzahl sozialer, kultureller, technischer und politischer Faktoren ab. Diese „Sichtbarkeitsregime“ bestimmen, wer und was in welchen Kontexten und Netzwerken un/sichtbar ist, und sie regulieren den Zugang zu Partizipation und Ressourcen in Gesellschaften. Zuweilen erscheint „Intervisibility“ (die Wechselseitigkeit des Sehens) als die ideale Form für soziale Beziehungen erstrebenswert, doch Beziehungen von Un/Sichtbarkeit sind oft asymmetrisch. Die soziale Sicht- bzw. Unsichtbarkeit ist somit niemals frei von Macht, wobei die Beziehung zwischen Macht und Sichtbarkeit komplex ist: Macht beruht nicht einfach auf Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit. Sichtbarkeit ist nicht von Natur aus befreiend und impliziert auch nicht zwangsläufig die Unterdrückung anderer. Sie kann ermächtigend, aber auch entmachtend sein.

Gemeinsam mit der ESWTR-Konferenz 2019 wird das ESWTR-Jahrbuch 2020 untersuchen, wie sich die Kategorien Religion, Geschlecht und Rasse überschneiden, um soziale Sichtbarkeit zu erzeugen. Hauptfragen, die auf der ESWTR-Konferenz 2019 angesprochen werden, sind u.a: Wie funktionieren Religionsgemeinschaften und Traditionen als Regime von Un/Sichtbarkeit? Wie beeinflussen Prozesse der Sexualisierung, des Gendering, der Ethnisierung und „Religionisierung“ soziale Regime der Sichtbarkeit? Wie werden religiöse Symbole verwendet, um soziale Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit oder Hypervisibilität zu erzeugen oder zu verhindern?

Wir erbitten für das ESWTR 2020-Jahrbuch vor allem Artikel, die auf Vorträgen oder Posterpräsentationen zu den oben genannten Fragen oder zu allgemeinen Themen der ESWTR Konferenz im September 2019 in Löwen basieren. Wir freuen uns daher über Beiträge zu intersektionalen Studien und zu Themen wie Privilegien, Macht und Recht in Bezug auf Geschlecht, Rasse und Religion ebenso wie über Aufsätze zum Themenkomplex Gender, interreligiöser Dialog bzw. Minderheiten, oder über Essays, die sich mit Vertretungspolitik, mit Geschlecht, Rasse und Religion in den Medien und mit anderen verwandten Bereichen befassen.

Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Disziplinen, die an den oben genannten Themen interessiert sind, werden gebeten, ihren Artikel mit einer Zusammenfassung (abstract) und einer kurzen Biografie bis zum 31. Oktober 2019 bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! einzureichen.