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Call for Papers für das ESWTR Jahrbuch 2019 

Terror, Trump & Trauma”

Sozial und politisch hat sich für Frauen in den letzten Jahren vieles verändert. Es findet ein genderpolitischer „turn-back“ statt. In mikro- und makrosozialen Bereichen verschieben sich Machtverhältnisse.  Mit der Wahl eines Frauen herabsetzenden Mannes wie Donald Trump zum Präsidenten der USA, der nicht nur zur Realität von Fakten sondern auch zur Würde von Frauen ein sehr flexibles Verhältnis präsentiert, geht ein Erstarken von männlich-chauvinistischer Macht einher. Weltweit sind Frauen auf einen vor-feministischen Platz zurückgewiesen worden.

Die gebildete und erfahrene Frau, die 2016 in den USA ebenfalls zur Wahl stand, verlor. Sie verlor nicht absolut, aber relativ. Sie verlor Wahlsystem-bedingt und lässt sich unschwer als Opfer etablierter Machtstrukturen beschreiben. Mit ihr verloren Frauen weltweit. So europafern und plakativ diese Lesart auf den ersten Blick scheinen mag, ist sie nicht. Feinstrukturen ändern sich. Realitäten verschieben sich. Fakten verlieren an Gewicht.

Post-faktische Argumentationen verwischen Axiome von Logik und Wissenschaft. Überzeugungen basieren auf Meinungen. Positionen werden flexibel. Im Changieren von Identität und Virtualität wird Realität neu definiert. Feminismus und Geschlechterstudien werden als Ideologie diffamiert. Respekt relativiert sich angesichts neuer sozialer Machtverhältnisse und anonymer virtueller Möglichkeiten. Das stellt soziale Grundwerte in Frage. Fundamentalismus aller Art gewinnt Raum.

Kirchen, Synagogen und Moscheen werden so zu symbolischen Orten politischer Macht oder Ohnmacht.

Die „Europäische Gesellschaft theologische Forschung von Frauen” (ESWTR) widmet ihr kommendes Jahrbuch den theologischen Reflexionen von religiösen Erfahrungen, sozialen Grenzsituationen und traumatischen Ereignissen, die sich in Europa nicht nur symbolhaft mit der letzten Präsidentschaftswahl in USA verbinden lassen.

Mit seiner bewusst interreligiösen und theologischen Perspektive möchte das ESWTR Jahrbuch 2019 einen Beitrag zur öffentlichen Debatte über die politischen Ereignisse in Europa leisten.

Eingeladen wird zu frauenrelevanten Reflexionen unter folgenden Themen:

  1. Wir glauben, was wir wollen: Post-faktisches Klima und Theologie
  2. Frauen, Politik und Glaube: Ideologischer Terror und interreligiöse Konfrontation 
  3. Offenheit und Grenzen: Fundamentalismus in Mikro- und Makrostrukturen

Für die Jahrbuchausgabe 2019 ist der Einsendeschluss für die Artikel der 15.10. 2018.

Alle Beiträge, die beim ESWTR Jahrbuch eingereicht werden, werden von den Herausgeberinnen gesichtet und anschließend beidseitig anonymisiert begutachtet, d.h. sie durchlaufen ein Double-blind-peer-review-Verfahren.

Nur Beiträge, die auf Muttersprach-Niveau geschrieben oder übersetzt und korrigiert sind,[1] und die dem Zitierformat entsprechen, können zur Begutachtung weitergeleitet werden. Das Stylesheet ist auf der Homepage des Jahrbuchs zugänglich, http://www.eswtr.org/de/stylesheet.

Bei Fragen oder für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Sabine Dievenkorn, 

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[1] Das Editorial Board kann hier in allen drei Sprachen behilflich sein.