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Call for Papers

ESWTR JOURNAL 2027

CALL FOR PAPERS

„IHRE STIMME, UNSERE ZUKUNFT:

FRAUEN, KRIEG UND DER WEG ZU EINEM GERECHTEN FRIEDEN“

 

Zu Beginn der 2020er Jahre kam es zu einer Zunahme internationaler Konflikte. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Februar 2022, der Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023, der darauffolgende Krieg Israels an mehreren Fronten in Gaza, im Libanon, im Jemen und im Iran, sowie die US-Angriffe in Nigeria und Venezuela im vergangenen Dezember und Januar veranschaulichen dies. Diese Ereignisse verursachen nicht nur großes Leid, sondern stellen auch die internationale Rechtsordnung infrage und werfen grundlegende Fragen zum Einsatz von Gewalt, zu rechtlichem Schutz und zur staatlichen Autorität bei der Durchsetzung von Gerechtigkeit auf.

Religiöse Deutungen und Argumentationen spielen eine bedeutende Rolle bei der Rechtfertigung dieser Kriege. Frauen übernehmen in den aktuellen internationalen Konflikten wichtige Aufgaben – als Soldatinnen, Sanitäterinnen, Friedensaktivistinnen, religiöse Führungspersönlichkeiten, Menschenrechtsanwältinnen und Organisatorinnen von Gemeinschaften. Ihr Engagement verändert und prägt die Suche nach einem gerechten Frieden neu. Sowohl säkulare Frauen als auch religiöse Leiterinnen hinterfragen den Missbrauch heiliger Schriften und religiöser Überzeugungen zur Rechtfertigung von Gewalt und beteiligen sich aktiv an Initiativen für einen gerechten Frieden. In Gemeinden, Flüchtlingsunterkünften und interreligiösen Netzwerken setzen sie sich für die Unantastbarkeit jedes einzelnen Lebens und für die Menschenrechte ein, organisieren Gebete und humanitäre Hilfe und beteiligen sich an Waffenstillstandsverhandlungen. Inmitten anhaltender militärischer Gewalt bleiben Religion und Geschlecht entscheidende Faktoren für die Erfahrungen der Zivilbevölkerung sowie für ihre Überlebensstrategien. Vor diesem Hintergrund laden wir Wissenschaftlerinnen der Theologie und Religionswissenschaft ein, folgende Themen zu untersuchen:

  1. die vielfältigen Erfahrungen von Frauen im Krieg und in Vertreibung;
  2. Strategien, mit denen Frauen, die unter Gewalt leiden, ihre Würde und Menschlichkeit bewahren;
  3. spirituelle Autorität von Frauen und feministische Friedensarbeit in Kriegszeiten;
  4. neue Perspektiven auf moderne Kriegsführung und die sich wandelnden Rollen von Frauen;
  5. das Verständnis von Frauen hinsichtlich religiös sowie säkular verstandener Gerechtigkeit;
  6. theologische Lesarten aus Geschlechterperspektive in Kriegskontexten.

Wir freuen uns auch über Beiträge zu religiösen und spirituellen Ressourcen, die Frauen nutzen, um Resilienz zu entwickeln, Sinn zu finden und ihre Menschlichkeit inmitten von Gräueltaten zu bewahren. Welche hermeneutischen Fragen ergeben sich beim Lesen der Bibel, des Korans oder kirchlicher Traditionen angesichts von Leid und religiös begründeter Gewalt? Welche religiösen Praktiken, wie Rituale, Andachten, Liturgien, Gebete, Pilgerreisen oder seelsorgliche Begleitung, sind als spezifische Reaktionen von Frauen auf Krieg entstanden, neu entdeckt oder weiterentwickelt worden?

Die Beiträge dürfen nicht länger als 8.000 Wörter sein und sollten eine Zusammenfassung in der Sprache des Artikels enthalten. Bitte beachten Sie auch die weiteren formalen Richtlinien, die im Stylesheet unter https://www.eswtr.org/de/stylesheet aufgeführt sind. Artikel, die diese Richtlinien nicht beachten, können für das Peer-Review-Verfahren nicht berücksichtigt werden.

Einsendeschluss ist der 30. November 2026. Die Beiträge sind an folgende E-Mail-Adresse zu senden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Das Journal nimmt auch Rezensionen von Büchern an, die einen Bezug zur feministischen Theologie und/oder Gender Studies mit theologischer Relevanz aufweisen. Die Frist für die Einreichung von Bewertungen ist der 15. März 2027. Die Rezensionen sind an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. zu richten.

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