deutschsprachige
Religionspädagoginnen der ESwtr
Wer wir sind:
Unsere Gruppe setzt sich aus wissenschaftlich arbeitenden
evangelischen und katholischen Religionspädagoginnen mehrheitlich aus
Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz, Lichtenstein und Kroatien
zusammen, wobei die meisten von uns an Universitäten und Hochschulen arbeiten,
aber auch einige in Schule und Gemeinde tätig sind. Seit 1996 treffen wir uns
einmal im Jahr zu einem Wochenende, an dem Gelegenheit besteht, eigene
Arbeitsprojekte vorzustellen, aktuelle Entwicklungen in der Religionspädagogik
zu diskutieren und über die Situation vor Ort sich auszutauschen. Wir sind
offen für interessierte Frauen und freuen uns, wenn zu unseren jährlichen
Tagungen immer wieder neue Frauen dazukommen und unsere Arbeit inspirieren.
Einladung zur nächsten Jahrestagung vom
3.-5. Februar 2012 (Achtung: geänderter Termin!)
Sehr herzlich will ich Sie und Euch zu unserer nächsten
Jahrestagung einladen. Das Tagungsthema „Gutes (Über)Leben in Institutionen: Hindernisse, Herausforderungen und Strategien“ (Achtung: geändertes Thema!) wird von Dr. Annebelle Pithan
(Münster) und Prof. Dr. Silvia Arzt (Salzburg) vorbereitet.
Die Tagung beginnt am Freitagabend, den 3. Februar mit dem
Abendessen und endet am Sonntagmittag, den 5. Februar mit dem Mittagessen.
Bitte machen Sie / macht Ihr auch Frauen, die noch nicht teilgenommen haben,
auf diese Möglichkeit des überregionalen und überkonfessionellen Austauschs
untereinander aufmerksam.
Tagungsverlauf
Neben den thematischen Arbeitseinheiten gibt es in guter
Tradition in diesen Tagen zusätzlich ausreichenden Raum:
eigene Projekte/Arbeiten vorzustellen (zunächst
Kurzvorstellung im Plenum und anschließend Vertiefung in Kleingruppen),
zum informellen Austausch und gemeinsamen Kennenlernen,
erneut die Möglichkeit kleine liturgische Elemente gemeinsam
zu feiern.
Sollten Sie derzeit mit der Vorbereitung oder Realisierung
einer Studie befasst sein, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Überlegungen,
Erfahrungen und Ergebnisse in Form eines Tagungsbeitrages einbringen könnten.
Je nach Inhalt und Struktur Ihres Beitrages und der Zahl der bei mir
eingegangenen Rückmeldungen kommen die Präsentationsformen eines kurzen
Statements (viertelstündig) oder eines (halbstündiges) Kurzreferates mit
jeweils anschließender Diskussion im Plenum oder in Kleingruppen in Frage.
Ein Programm der Tagung basteln wir erst nach dem Eingehen von Vorschlägen
zusammen. Von denjenigen, die Interesse haben, ihr Projekt vorzustellen, bitte
ich um eine umgehende Rückmeldung spätestens bis zum 15. Dezember 2011.
Welche Frau nun Interesse und Lust auf anregenden Austausch
unter leibhaftigen feministischen Religionspädagoginnen bekommen hat, ist
herzlich eingeladen, sich zu unserem nächsten Treffen vom 3.2.-5.2.2012 in
Hofheim (Taunus) verbindlich bis spätestens zum 15. November 2011 bei mir
anzumelden. (telefonisch, schriftlich oder per Mail annegret.reese-schnitker@uni-kassel.de.
Wer vegetarische Kost wählen möchte, gibt dies bitte bei der
Anmeldung an. Die Übernachtungs- und Verpflegungskosten von voraussichtlich
130 Euro werden während der Tagung eingesammelt. Die Anmeldung schließt eine
Unkostenübernahme bei kurzfristiger Absage mit ein. Einen inhaltlich
detaillierten Verlaufsplan und eine Wegbeschreibung werde ich den Frauen, die
sich angemeldet haben, rechtzeitig zuschicken.
Unsere gemeinsame Publikation
Vor einigen Jahren haben wir gemeinsam ein Heft der
Zeitschrift Religionspädagogische Beiträge mit dem Titel „Religionspädagogik
feministisch“ gestaltet. In diesem Heft sind wir von der Anregung durch Ina
Prätorius ausgegangen, Frauenforschung als eine Methode der Enttrivialisierung
zu verstehen. Diesen Ansatz haben wir auf verschiedene Themen und Ebenen
feministisch orientierter Religionspädagogik bezogen. Komplettiert wird das
Heft durch eine aktuelle Bibliographie zum Bereich feministische
Religionspädagogik. (zu beziehen für 12 Euro pro Heft über die Schriftleitung
Religionspädagogische Beiträge:
Was wir bisher gemacht haben
Inhaltlich haben wir uns bei unserem Treffen 2000 in Mainz
mit dem Ansatz von Annedore Prengel einer "Pädagogik der Vielfalt"
auseinandergesetzt, ein in der (feministischen) Pädagogik viel rezipierter und
auch umstrittener Ansatz.
Im März 2001 haben wir als Anknüpfung und Weiterführung des
Ansatzes von Annedore Prengel zu Schlüsselthemen feministischer Religionspädagogik
(z.B. Bildung als Befreiung, Religionspädagogische Relevanz von Frauengenealogie,
Religiosität in Alltagsvollzügen von Frauen und Mädchen, Zur Relevanz
feministisch-theologischer Forschung für die Behandlung der Gottesfrage im RU,
Relevanz von kommuni-kativer Kompetenzen für RL, u.a.) gearbeitet.
Auf unserer Jahrestagung 2002 haben wir Konzepte einer
Religionspädagogik aus einer beide Geschlechter berücksichtigenden Perspektive
diskutiert und zum Erfahrungsbegriff der feministischen Theorien und deren
Auswirkung auf die gegenwärtigen religionspädagogischen Debatten gearbeitet.
Auf dem Treffen 2003 wurden verschiedene Forschungsarbeiten
vorgestellt: Jugendbilder (Arzt), Eine religionspädagogische Theorie und
Praxis des Zusammenlebens im Kindergarten (Habringer-Hagleitner), Talkshows
im Religionsunterricht (Faul-Burbes), Leib-Bildung-Geschlecht. Religionspädagogische
Perspektiven (Becker), Lehren und Lernen in der Spur des ersten Testamentes
(Breitmeier).
Auf der Tagung im Februar 2004 arbeiteten wir zum Thema
„Wahrnehmung, Ästhetik und Religions-pädagogik" und haben einzelne
Forschungsprojekte kennen gelernt: Gottes-Bilder und religiöse Vorstellungen
von Mädchen und Jungen. Eine vergleichende Studie anhand filmisch dokumentierter
Malprozesse (Wied-maier), Zur Reflexion des geschlechtsspezifischen Zugangs
zu Single-Frauen. Bilanzierung der empirischen Ergebnisse und Ausblick (Reese),
Geschichte der Kinderbibel (Reents), Die Beschreibung religiöser Atmosphären
in narrativen Interviews als wissenschaftlicher Zugangsweg zur Erforschung der
Bedingungen religiöser Lehr-/Lernprozesse? (Kaupp)
Ein Jahr später (2005) haben wir zum Thema „´Kommunikative
Theologie - … und die Frauen?´ Kommuni-kative Theologie ein neuer Ansatz oder Postulate
der feministischen Theologie (auch) in männlichem Kontext“ (geleitet von
Heizer, Kaupp und Kraml) gearbeitet. Außerdem wurden Ergebnisse von aktuellen
empirischen Projekten vorgestellt zum Thema „„Interreligiöses Lernen in
Rotterdam“ (Zonne) und zur Fragestellung „Was zeichnet eine gelungene
Religionsstunde aus? Ergebnisse aus einer empirischen Unter-suchung angehender
Grundschullehrer/innen!“ (Reese).
Im Jahr 2006 wurde das Thema „Religionsunterricht in Europa“
bearbeitet und diskutiert. Verschiedene
Religionspädagoginnen haben die je spezifische und aktuelle Situation von
religionsunterrichtlicher Präsenz an der Schule in den einzelnen Ländern
vorgestellt. Dorothea Foitzik hat zur vielgestaltigen Situation in der Schweiz
berichtet, Dr. Hilary Mooney hat von der Situation in Irland erzählt und Dr.
Jadranka Garmaz hat die Situation in Kroatien präsentiert.
Auf der Jahrestagung 2007 hatten wir den inhaltlichen
Schwerpunkt „Elemente Interreligiöser Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung
von Genderaspekten“. Frau Dr. Annette Mehlhorn hat einen sehr ein-dringlichen
Vortrag zum Thema „„Elemente Interreligiöser Pädagogik unter besonderer
Berücksichtigung von Genderaspekten“ gehalten. Außerdem hat Dr. Stephanie Klein
zum Thema „Zugänge zu Erfahrungen von Frauen – wissenschaftstheoretische
Aspekte der Annäherungen“ gesprochen.
Zwei Qualifikationsprojekte wurden vorgestellt, von Annette Esser (Köln) zum
Thema „Interkontexte feministischer Spiritualität – Impulse für die
Religionspädagogik“ und von Elisabeth Hennecke (Essen) zum Thema „Lernprozesse von Grundschulkindern
in Lerntagebüchern und Interviews. Empirische Untersuchung zu
lernpsychologischen und fachdidaktischen Perspektiven in der Entwicklung
religiöser Vorstellungen“.
Bei der Jahrestagung 2008 haben wir zum Thema „Feministische Theologie - Gender - Religionspädagogik: Unterscheidungen,
Diskurse, Klärungen" gearbeitet und uns mit der Standortbestimmung
gegenwärtiger Gender- bzw. Feministischer Forschung und ihrer Bedeutung für die
Religionspädagogik auseinandersetzt. Mit ihrem Vortrag „Differenz als Kategorie
der Religionspädagogik am Beispiel von Geschlechterkonstruktionen“ bot Dr.
Annebelle Pithan einen sehr guten Einstieg in das gemeinsame Arbeitsgespräch
und den Prozess der eigenen Standortfindung. Es folgte ein Referat von Prof.
Dr. Monika Jakobs zum Thema „Feminismus, Geschlechtergerechtigkeit und Gender –
Perspektiven für die Forschung“, indem der Blick noch einmal auf Geschichte und
Anfänge des Gender-Diskurses gelenkt wurde. Sr. Dr. Thea Filipovic
aktualisierte und konkretisierte die Thematik mit ihrem Vortrag „Die Frauen in
der Kirche in Kroatien - unzufrieden mit ihrer Lage? Auto/Perzeption der Frauen
und Männer bezüglich der Un/Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche
in Kroatien“. Angelika Fromm bereicherte die Tagung mit der Vorstellung des
Sammelbandes „Feministische Theologie – Initiativen, Institutionen,
Universitäten – Eine Erfolgsgeschichte“. In ihrem Vortrag „Feministische
Theologie – Gender – Religionspädagogik: Ausblicke in die Praxisfelder Schule,
Erwachsenenbildung, Universität: wo sehen wir Entwicklungsfelder und
–potentiale?“ hat Dr. Stefanie Rieger-Goertz ihr Befunde präsentiert und
wertvolle Vorarbeit geleistet und sämtliche katholische Universitäten und
Hochschulen hinsichtlich der Verankerung der Kategorie Gender in ihren häufig
anlässlich der Modularisierung neu verfassten Ausbildungsrichtlinien angefragt.
Beim diesjährigen Treffen brachte Ina Kowaltschuk einen Beitrag aus ihrem
Dissertationsprojekt ein „Menschenwürde als leibliches Geschöpfsein“ ein.
(siehe auch Bericht der Tagung).
Schwerpunktthema der Tagung 2009 war „Schulentwicklung und
Gender“. Dr. Sybille Becker (Mainz) und Dr. Angela Kaupp (Freiburg) hatten die
inhaltliche Vorbereitung übernommen und führten mithilfe einer „Imagination der
Traumschule“ und einem Input „Schulentwicklung – was ist das?“ in das Thema
ein. Ein von ReligionslehrerInnen initiiertes Projekt „Geschlechtergetrennter
Religionsunterricht“ in den Klassen des 7. Jahrganges eines Gymnasiums und
mögliche Anknüpfungspunkte für dieses Projekt im Sinne einer Fokussierung auf
Gender und Schulentwicklung stellte Dr. Sybille Becker vor. Dr. Andrea
Lehner-Hartmann und Mag. Edda Strutzenberger (Wien) referierte über
„Geschlechtergerechtigkeit und Schulentwicklung“. Grundsätzliche Überlegungen
zu Gender und Schulentwicklung wurden dabei ergänzt durch Erfahrungen aus
Projekten in zwei Wiener Schulen. Dr. Ursula Kubera, Leiterin des katholischen
Gymnasiums „Albertus Magnus Schule“, teilte mit uns ihre Erfahrungen und
Reflexionen zum Thema: „Als feministische Frau eine katholische Schule leiten
und weiterentwickeln“. Ebenso wurden zwei Forschungsprojekte vorgestellt: Dr.
Claudia Gärtner (Münster): Idee eines
wissenschaftlichen Netzwerkes „Bilder im Religionsunterricht, Bilder in
religiösen Bildungsprozessen“ und Dr. Silke Leonhard (Frankfurt): „Umgang mit
Phänomenen des Leidens in der Schule“.
Auf der Tagung 2010 wurde zum Thema „Spiritualität, Ritual und Performanz:
Erfahrungen und Kriterien“ gearbeitet, die von Dr. Silke Leonhard, Dr. Andrea
Morgenstern und Dr. Stefanie Rieger-Goertz inhaltlich gestaltet wurden. Den
erfahrungsorientierten Einstieg gestaltete Stefanie Rieger-Goertz zu „Spiritualität
– ein Reizwort?“. Danach folgten ein Vortrag zu „Ritual und Religionspädagogik“
von Andrea Morgenstern und ein Vortrag zu „Performativität, Performanz und
Religionsdidaktik“ von Silke Leonhard. Am Nachmittag leitete Benita Joswig eine Glasmalerei an zum Thema „Im Schreiben
Gott näherkommen. Einführung in die Temporäre Glasmalerei“. Zudem wurden zwei
Projekte vorgestellt: von Kim de Wildt zu „Der Apfelbaum Ritus:
nicht-partizipierende, semi-strukturierte Beobachtungen von zu Riten in der Hauptschule in
Nordrhein-Westfalen“ und von Annegret Reese-Schnitker eine Soziale Photo-Matrix
zu vergessenen Zusammenhängen in der Religionspädagogik.
Auf der diesjährigen Tagung (2011) ging es um
"Bildungsräume in Zeiten wachsender Ungerechtigkeit".
Prof. Dr. Isa Breitmaier (Freiburg), Ina Schröder (Hannover)
und Christiane Rösener (Hannover) hatten die inhaltliche Vorbereitung
übernommen und führten mithilfe einer Vergegenwärtigung von persönlich
erfahrener Ungerechtigkeit in die Thematik ein. Anhand der akribischen
sozialethischen Betrachtungen von Doktorandin Christine Gasser (Kathol.-Theol.
Fakultät, Wien), diskutierten wir die Reproduktion von Ungleichheiten im
Bildungswesen und durch Bildung selbst und tasteten uns an die Frage heran, ob
Bildung tatsächlich eine ethisch-politische Schlüsselfunktion in der
Gesellschaft zu kommt. Bärbel Fünfsinn (Nordelbisches Zentrum für Weltmission
und Kirchlichen Weltdienst, Hamburg) zeigte uns anhand ihrer Erfahrungen in
Süd-Amerika, wie internationale Begegnungen Aspekte des Lernens von
Gerechtigkeit aufzeichnen können. (Wir danken Bärbel auch für die wunderbaren
südamerikanischen Gesänge während der ganzen Konferenzzeit!). Prof. Dr. Isa
Breitmaier (Freiburg) erzählte über ihre laufende Studie, in der nach neuen
Wegen der Erwachsenenbildung sowie Begegnung von Erwerbstätigen und
Arbeitslosen gesucht wird. Wir erfuhren etwas über verschiedene Lebenswelten
und Perspektiven der Beteiligten und diskutierten über Schwierigkeiten und
Chancen dieses Projektes. Konzepte für den RU an Förderschulen mit dem
Schwerpunkt Lernen, dem Schwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung sowie
inklusive Grundschulen standen im Mittelpunkt des Vortrages von Juniorprof. Dr.
Erna Zonne (Osnabrück). Diese Konzepte wurden mithilfe von Aktionsforschung in
Zusammenarbeit mit mitwirkenden Lehrkräften und Studierenden entwickelt.
Doktorandin Judith Wegener (TU Dresden) stellte ihr Dissertationsprojekt vor,
in dem es einerseits um den Beitrag des Religionsunterrichts zur Förderung der
Zuhörkompetenz geht und andererseits um die Frage, wie durch Zuhören religiöse
Kompetenzen erworben und vertieft werden können.
Ich freue mich auf das kommende Treffen im nächsten Jahr und
wünsche allen bis dahin eine gute, ertragreiche und lebendige Zeit,
mit einem herzlichen Gruß
Prof. Dr. Annegret Reese-Schnitker
Falls Sie Anfragen zu Vortragsthemen oder möglichen Referentinnen haben,
können Sie sich ebenfalls an unsere Kontaktfrau, Prof. Dr. Annegret
Reese-Schnitker, wenden.
Nach oben