Aktuelle Nachrichten aus der deutschen Sektion
Im Folgenden finden Sie unter anderem Hinweise auf kommende Tagungen und auf Projekte. Aktuelle Stellenangebote werden
an die ESWTR-Mitglieder in Deutschland per E-Mail weitergeleitet. Wenn Sie ein Stellenangebot weiterleiten möchten,
wenden Sie sich bitte an Dr. Marion Keuchen.
Konrad Nagel-Strotmann.
"...mehr als eine Spielwiese" - Jahrestagung der ESWTR, deutsche Sektion, vom 23.-25.11.2012
Mach dich zurecht, trainiere, werde Mann, werde Frau! Und liebe als Mann die Frauen und als Frau die Männer! Kontrolliere dein Begehren, das sexuelle, aber auch das nach ungesundem Essen! Menschliches Leben und menschliche Körper sind normiert: Soziale Identitäten und sexuelle Rollenskripts werden von Beginn an gesellschaftlich konstruiert und eingeübt.
Queere Menschen gehen mit diesen Konzeptionen spielerisch, aber auch widerständig um. Durch ihre Verweigerung untergraben sie scheinbar Unumstößliches und machen sich durch diese Provokationen zugleich verletzbar. Queere Existenzen können uns absurd und pervers, aber auch mutig und humorvoll vorkommen. Queer sein widerstrebt und fasziniert: als Begriff, als Lebensentwurf, als Wissenschaftskonzept.
Queer sein ist mehr als eine Spielwiese alternativer Lebens- und Liebesentwürfe: Weder theologisch noch in Bezug auf Kirchen, die sich an der Normierung von Körpern und ihrem Begehren machtvoll beteiligen. Queere Theologien markieren den Prozess eines provozierenden Nachdenkens darüber, was die unterschiedlichen Konstruktionen von Gender, sexueller Orientierung und sexuellen Praktiken für unser Verständnis von Gott, Liebe und Kirche bedeuten. Queere Befreiungstheologien wollen mehr sein als das lustvoll-kritische Nachdenken über Körperkonstruktionen. Sie thematisieren Ohnmacht und Ängste, die zur Anpassung an heterosexuelle und andere gesellschaftliche Normen treiben – auch als Theolog_innen. Queere Theologien beschreiben Verletzbarkeit, Kontrollverlust und Hingabe als Eigenschaften des inkarnierten Gottes. Sie entwerfen Gegenbilder wie z.B. den „fetten Jesus“.
Wir, die Vorbereitungsgruppe der Tagung, laden alle Mitgliedsfrauen der ESWTR sowie interessierten Studentinnen herzlich auf die queere Spielwiese in Hofgeismar ein!
Programm und Anmeldeformular für die Tagung gibt es hier.
Hier eingestellt am 15.3.2012
Fachtagung "Armut bewegt" vom 2.-4.5.2012 in Salzburg
Vom 2. bis 4. Mai 2012 findet in Salzburg die Fachtagung '"Armut bewegt" statt. Sie wird veranstaltet von der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der deutschen Sektion der ESWTR.
Der aktuelle Einladungsflyer ist jetzt erschienen und steht hier zum Download, außerdem zum schnelleren Laden in verkleinerter Form. Er findet sich außerdem auf der Homepage der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge.
Anmeldungen zur Tagung sind möglich mit dem Anmeldeformular.
aktualisiert am 8.2.2012
Tagung "Wanderungen"
Geschätzte Kolleg_innen,
Wir weisen hin auf die 2. Jahrestagung der Fachgesellschaft: Am 3./4.2.2012 tagen wir an der Universität Oldenburg zum Oberthema 'Wanderungen'. Ein Programm findet sich bald unter http://www.fg-gender.de/wordpress/?page_id=739. Auf dieser Jahrestagung wird u.a. auch der Vorstand neu gewählt. Wir hoffen aus inhaltlichen und organisatorischen Gründen auf eine rege Teilnahme!
Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung - ZIFG
TU Berlin
Franklinstr. 28-29
10587 Berlin
Tel: 030-31426974
Hier eingestellt am 24.11.2011
DFG-Promotionsstipendien "Theologie als Wissenschaft
Sehr geehrte eswtr Mitglieder,
unser neues DFG-Graduiertenkolleg "Theologie als Wissenschaft. Formierungsprozesse der Reflexivität von Glaubenstraditionen in historischer und systematischer Analyse" schreibt die ersten 12 Stipendien aus. Das Kolleg hat sich explizit die Steigerung des Frauenanteils in den beteiligten Theologien und nicht-theologischen Fächern zum Ziel gesetzt. Die Ausschreibung findet sich hier oder als link auf: www.theol.uni-frankfurt.de .
Mit freundlichen Grüßen
Claus Arnold
----------------------------------------------
Prof. Dr. Claus Arnold
Professur für Kirchengeschichte
Fachbereich Katholische Theologie
Johann Wolfgang Goethe-Universität
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main
Tel. +49-(0)69-798-33324
Fax +49-(0)69-798-33354
C.Arnold@em.uni-frankfurt.de
http://www.kaththeol.uni-frankfurt.de/kg/index.html
Hier eingestellt am 19.11.2011
Internationales Projekt mit dem Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis ausgezeichnet
Der Leonore Siegele-Wenschkewitz-Preis 2011 wurde verliehen an Prof. Dr. Christl M.
Maier, Professorin für Altes Testament, Philipps-Universität Marburg und Prof. Dr. Nuria
Calduch-Benages, Ordinaria für Exegese des Alten Testament, Päpstliche Universität
Gregoriana, Rom. Damit wird ein Projekt zum dritten Kanonteil der Bibel, den Schriften
(hebräisch ketuvim) ausgezeichnet, in das Forschungsergebnisse aus Europa, Israel und den
USA eingeflossen sind. Im Juli 2011 hatte an der Universität Marburg ein spannendes
Forschungskolloquium stattgefunden. Die anschließende Veröffentlichung zielt neben der
wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit auch auf ein größeres Publikum. Dieses Buch ist
gleichzeitig ein Teilband (I,3) im Rahmen der Enzyklopädie „Die Bibel und die Frauen“. Die
22 Bände erscheinen gleichzeitig in den vier Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch und
Spanisch.
Ausgezeichnet wurden die für den Teilband zu den Schriften / ketuvim verantwortlichen
Herausgeberinnen und Organisatorinnen während einer gut besuchten Feierstunde am
Sonntag, dem 6. November 2011 im Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in
Hessen und Nassau (EKHN). Die Laudatio hielt Prof. Dr. Rainer Kessler (Marburg) und
würdigte dabei nicht nur das ambitionierte internationale Projekt, sondern auch das
wissenschaftliche Werk der Preisträgerinnen insgesamt. In ihrem Grußwort im Auftrag der
Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wies Oberkirchenrätin
Christine Noschka auf die Bedeutung der Feministischen Theologie hin und würdigte u.a. die
entsprechende Arbeit an Hochschulen im Einzugsbereich der EKHN. Für die Akademie
Arnoldshain wirkte Akademiedirektor Dr. Hermann Düringer mit. In ihrer Dankesrede
kündigten die Preisträgerinnen an, das Preisgeld für die notwendige Übersetzung der Beiträge
zu verwenden, damit die Forschungsergebnisse schnell in allen vier Sprachversionen
erscheinen können.
Der Leonore Siegele-Wenschkewitz-Preis wird alle 2 Jahre vom Verein zur Förderung
Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V. in Zusammenarbeit mit der
Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
vergeben und dient der Auszeichnung von Beiträgen, die in besonderer Weise die
feministische Theologie oder die Gender Studies in der Theologie befördern. Mit dem mit
3000 Euro dotierten Preis wird gleichzeitig an Leonore Siegle-Wenschkewitz erinnert, die
1999 verstorbene Direktorin der Evangelischen Akademie Arnoldshain, die mit ihrem
Engagement für kirchliche Zeitgeschichte, das christlich-jüdischen Verhältnis, feministische
Theologie und theologische Frauenforschung richtungsweisend war.
Nähere Informationen zum Gesamtprojekt und zu den bereits erschienen Teilbänden sind im
Internet unter http://www.bibleandwomen.org/DE/ zugänglich; die Einleitung zur von
Irmtraud Fischer u.a. herausgegebenen Gesamtenzyklopädie „Die Bibel und die Frauen“ lässt
sich direkt unter http://www.bibleandwomen.org/download/Einleitung.pdf nachlesen.
Dr. Hanne Köhler, Vorsitzende des Vereins zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung
und Lehre e.V.
Postadresse des Vereins: Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre e. V.; Christel
Krämer-Jung (Geschäftsführerin); Glaserstr. 8; 60599 Frankfurt.
Neuauflage der "Bibel in gerechter Sprache" gefeiert
Unter dem Motto „Gut aufgelegt“ wurde am Reformationstag in der katholischen Karl- Rahner-Akademie in Köln die vierte, erweiterte und verbesserte Ausgabe der „Bibel in gerechter Sprache“ vorgestellt. Eingeladen hatte der Herausgabekreis dieser zeitgemäßen Bibelübersetzung zu einem kleinen Festakt.
Im gut gefüllten Saal der Karl-Rahner-Akademie folgten Übersetzerinnen und Übersetzer, Mitglieder des Beirats, Sponsorinnen und Sponsoren des Projekts sowie interessierte Gäste aus Köln und dem Umkreis den Ausführungen von Dr. Marlene Crüsemann (Bielefeld) zur Neuauflage. Fünf Jahre nach ihrem Erscheinen im Herbst 2006 präsentiert sich dieses Basis-Projekt in einem neuen, handlichen Taschenformat. Der Charakter der Übersetzung – Sensibilität im jüdisch-christlichen Gespräch und Geschlechter-Gerechtigkeit zum Ausdruck zu bringen und soziale Differenzen in der Zeit der Bibel offenzulegen – bleibt unverändert. Nicht wenige Übersetzer und Übersetzerinnen aber haben die Wiedergabe ihrer Texte weiterentwickelt und verfeinert. Hinzugekommen sind zudem neue Glossarartikel als Hintergrundinformation, weitere Anmerkungen zur Texterläuterung und viele neue innerbiblische Verweise.
In zwei Festvorträgen wurde das Projekt in größere Zusammenhänge gestellt. Dr. Hanne Köhler (Rüsselsheim) zeigte auf, wie sich die Forderung nach einer „inklusiven“ Sprache zunächst in den USA entwickelt hat und dann auch im deutschen Sprachraum aufgegriffen wurde. „Inklusivität“ war von vornherein nicht nur auf die Geschlechterfrage beschränkt, sondern zielte auf einen sensiblen Umgang auch mit Unterschieden in der Hautfarbe, im religiösen Bekenntnis, in der sexuellen Orientierung. Aus muslimischer Perspektive stellte Rabeya Müller vom Kölner Institut für interreligiöse Pädagogik die Frage nach Geschlechter-Gerechtigkeit in den Religionen. Sie konnte aus Gesprächskreisen mit muslimischen und christlichen Frauen berichten, dass die „Bibel in gerechter Sprache“ eine wichtige Basis für gemeinsame Diskussionen zum Ort von Frauen in den Heiligen Schriften, aber auch etwa eine angemessene Rede von und zu Gott ist.
In seinen Begrüßungsworten unterstrich der Leiter der Karl-Rahner-Akademie, Dr. Bernd Wacker, den Wunsch vieler römisch-katholischer Christinnen und Christinnen, durch ökumenische Zeichen von der Basis aus die notwendige Reform ihrer Kirche an Haupt und Gliedern in Bewegung zu bringen. „Wie kann man“, so fragte er, „sei es protestantisch, sei es katholisch, den Nachmittag des Reformationstages sinnvoller verbringen als im gemeinsamen Nachdenken und, wo nötig, in kontroverser Diskussion über Inhalt und Angemessenheit der Präsentation des biblischen Wortes, um das es uns zu tun ist?“
Die Taschen-Ausgabe der "Bibel in gerechter Sprache" erscheint im Gütersloher Verlagshaus, wird herausgegeben von Ulrike Bail, Marlene Crüsemann, Frank Crüsemann, Erhard Domay, Jürgen Ebach, Claudia Janssen, Hanne Köhler, Helga Kuhlmann, Martin Leutzsch, Kerstin Schiffner, Luise Schottroff, Johannes Taschner und Marie-Theres Wacker und ist ab Mitte November im Buchhandel zum Preis von
€ 19,99 [D] /
€ 20,60 [A] / CHF 28,50 erhältlich.
Veränderungen bei der Tagung der Religionspädagoginnen zum Thema
„Gutes (Über)Leben in Institutionen: Hindernisse, Herausforderungen und Strategien“
Die Tagung der Religionspädagoginnen zu diesem Thema findet vom 3. bis 5. Februar 2012 in Hofheim/Taunus statt. Anmeldungen bitte bis zum 15.11.2011.
Annegret Reese-Schnitker
aktualisiert am 21.10.2011